Ferdinand Beneke

(1774—1848)

 

Tagebücher — Briefe — Schriften

 

Ein Projekt der Hamburger Stiftung

zur Förderung von Wissenschaft und Kultur

„Warum ich Tagebuch schreibe? Nicht immer ist man in der Lage, alle größeren, und geringeren Begebenheiten seines Lebens treuen Freunden mittheilen zu können. Entfernung zu ihnen ist gemeiniglich Schuld daran. [...] Was hilft mir aber mein Glück, wenn ich nicht Jemandem sagen kann: Siehe! ich bin glücklich. — [...] An jedem Abend vertraue ich, ehe ich zu Bette gehe, bey der letzten traul. Pfeiffe, diesem geduldigen Empfänger [dem Tagebuch] die Leiden, u. Freuden des verlebten Tages. O wie so süß ist dann eine doppelt angenehme Wiederholung des genossenen Guten! Und wie sehr erleichtert sich mein Herz durch Expektorazion, wenn Leiden es drücken. Dieser Freund empfängt alsdann geduldig die Erzählung der Letzten, und mindert meine Erheiterung: dadurch, nicht durch unnöthige schmerzl. Theilnahme!

Wie so viel ruhiger lege ich mich dann nieder, wenn vor diesem Beichtvater alle meine Gedanken, u. Handl. gemustert, und aus ihrer Prüfung gute Entschlüsse abstrahirt sind! Das ist der Hauptzweck. Nebenzwecke sind sorge für künftige RückerinnerungsFreuden, Unterstützung des Gedächtnisses; Mitgebrauch vertrauter Freunde, und es ist vielleicht dereinst ein im Testament namentl. bezeichnetes Erbstück. — Und so mehrere Absichten.“

 

(Ferdinand Beneke, Vorbericht, 1794)

Zur Abbildung: Ferdinand Beneke. Kohle– und Kreidezeichnung von Minna Christine Rist (1809 - 1849).  (Quelle: Staatsarchiv Hamburg)

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2013

 

© Beneke-Edition

Textfeld: Beneke–Edition

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. Erste Abteilung: 1792—1801, 4 Bände samt einem Begleitband, Göttingen (Wallstein-Verlag) 2012

Auf Platz 3 der SWR-Bestenliste Februar 2013

 

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